
Aufbauend auf die zweijährige Weiterbildung zum/zur Gestalttherapeutischen Berater/in werden die bereits entwickelten Kompetenzen erweitert und vertieft. Die Inhalte und Konzepte werden auf therapeutische Prozesse und Anwendungsfelder bezogen. Die Weiterbildung vermittelt die notwendigen, fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen, Menschen aller Altersgruppen intensiv zu fördern und zu begleiten – auch da wo Sprache ihre Grenze hat.
Die Weiterbildung zum/zur Gestalttherapeuten/in gliedert sich in eine Seminar- und Graduierungsphase.
Nach der Seminarphase erhalten die Teilnehmer/innen eine qualifizierte Abschlussbescheinigung der Weiterbildung zum/zur Gestalttherapeuten/in mit Auflistung der absolvierten Inhalte und Module.
Die Elemente aus der Graduierungsphase können die Teilnehmer/innen nach ihrem individuellen Zeitplan zusammenstellen und bereits während der Seminarphase beginnen. Nach der Graduierungsphase erhalten die Teilnehmer/innen im Kolloquium das Zertifikat zum/zur Gestalttherapeuten/in.
Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, durch ergänzende Seminare zusätzliche Abschlüsse zu erlangen (s. Zusatzqualifikationen für Gestalttherapeuten/innen).
Von der Beratung zur Therapie – steigenden Anforderungen begegnen
Existenzielle Probleme des Klientels erfordern erweiterte berufliche Fähigkeiten. Unterschiedliche Persönlichkeitsprobleme, steigende Anforderungen in der Berufswelt, Verunsicherungen und Ängste bilden den Hintergrund des beruflichen Handelns. Ob in der Arbeit mit Kindern, Erwachsenen oder in anderen beruflichen Kontexten: Zunehmend sind therapeutische Kompetenzen und ein zuverlässiges Hintergrundwissen notwendig, um adäquat handeln zu können.
Das ist der richtige Zeitpunkt für ein fundiertes und erweitertes gestalttherapeutisches Weiterbildungskonzept, das auf der Basis eines breiten diagnostischen Hintergrundwissens Sicherheit im Handeln, ein systematisch reflektiertes Vorgehen und methodische Flexibilität vermittelt.
Seminarphase:
Die Seminarphase umfasst:
- 10 Weiterbildungsseminare: Theorie – Praxis – Methodik
- 6 Supervisions- und PROFILcoaching-Seminare
- 10 Intensivierungsseminare und Lernberatung für deren Leitung
Inhalte der Theorie – Praxis – Methodik – Seminare
- Aktuelle Entwicklungen und Theorie der Gestalttherapie
- Therapeutische Prozesse und Methoden sowie Techniken der Gestalttherapie
- Frühkindliche Entwicklungshemmnisse und Klinische Diagnostik
- Gestalt- und systemische Konzepte
- Umgang mit Krisen
- Existenzielle Themen
- Identität des/der Gestalttherapeuten/in
Inhalte der Supervisions- und PROFILcoachingseminare
Es finden 6 Seminartage Supervision und PROFILcoaching statt.
Die Supervision wird erfahrungsorientiert mit kreativen Gestaltmethoden gestaltet. Durch die PROFILcoaching-Strategie werden die Teilnehmer/innen unterstützt, genau die beruflichen Ziele und Anwendungsbereiche zu finden, die zu Ihnen passen. Sei es der Aufbau ihrer Selbstständigkeit, die Erweiterung ihrer bereits ausgeführten Tätigkeit oder das Fußfassen in einen neuen Wirkungsbereich. Bei der Umsetzung der einzelnen Schritte werden sie kontinuierlich begleitet und unterstützt. Insofern beginnen sie schon frühzeitig mit der praktischen Anwendung, so dass sie in der Regel nach der Seminarphase auf einer stabilen Grundlage aufbauen können.
Intensivierungsseminare
Die Intensivierungsgruppen (Untergruppen mit ca. 8 – 10 Teilnehmern/innen) vertiefen und erweitern die theoretischen und praxisbezogenen Fragestellungen der Weiterbildungsseminare.
Graduierungsphase
Die Graduierungsphase umfasst:
- Gestalt-Einzelarbeit (30 UE Einzelanalyse und 15 Termine Intensivgruppe)
- Qualifizierungsmodul
- 100 Stunden berufliche Anwendung und Reflexion
- Abschlussarbeit und Kolloquium
Qualifizierungsmodul
Das Qualifizierungsmodul beginnt im letzten Drittel der Seminarphase und reicht bis in die Graduierungsphase. Es verleiht den Teilnehmer/innen eine qualifizierte und praxisorientierte Kompetenz als Gestalttherapeut/in.
Supervision und PROFILcoaching ergänzt auch hier den Qualifizierungsprozess bis hin zur Entwicklung eines Anwendungskonzepts mit einem individuellen Profil als Gestalttherapeut/in.
Gestalttherapeutische Einzelarbeit und Einzelanalyse
Für den erfolgreichen Abschluss sind mind. 30 UE (Unterrichtseinheiten dauern 45 Minuten) Einzelanalyse und 15 Termine in einer Intensivgruppe in der Regel mit 4 Personen (60UE) notwendig. Bereits absolvierte Stunden werden anerkannt.
Gestalt-Einzelarbeit in Intensivgruppen
Ziel der Gestalt-Einzelarbeit in Intensivgruppen ist die prozessorientierte Arbeit an der eigenen Person und das Erlernen der ressourcenorientierten gestalttherapeutischen Einzelarbeit. Hierzu ist das wiederholte Miterleben der Einzelarbeit mit den anderen Intensivgruppen-teilnehmern/innen und die anschließende Reflexion ein wichtiges Lernelement.
Einzelanalyse
Die Einzelanalyse dient der Aufarbeitung und Vertiefung persönlicher Themen und ist auf den Kontakt zwischen einem Trainer und einem Teilnehmer begrenzt.
Graduierungsarbeit und Kolloquium
In der Abschlussarbeit steht die Darstellung der Anwendung erlernter Gestaltkonzepte, die Feldkompetenz und der Bezug zur Theorie der Gestalttherapie im Mittelpunkt. Das Kolloquium findet in einer Gruppe statt und wird festlich gestaltet.
Die Weiterbildung berechtigt nicht zur Ausübung der Heilkunde.